Meerbecker Erklärung






Bei Gründung der Bergbaukolonie vor 100 Jahren wohnten in Meerbeck 44% deutsche und 56% ausländische Familien. Sie kamen aus Slowenien, Polen, Ungarn, Italien, Holland und anderen Ländern. Die gemeinsame schwere Arbeit im Bergbau und die nachbarschaftlichen Wohnverhältnisse sorgten für eine erstaunliche Integrationsleistung der Bewohner. Nach kurzer Zeit verstanden sie sich trotz unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Konfession als Meerbecker und gestalteten ein gedeihliches Gemeinwesen. Heute stehen wir vor der Aufgabe, eine ähnliche Leistung zu vollbringen. Sie ist möglich, wenn wir die Würde des anderen achten, die Verschiedenheit von Kultur und Religion respektieren, die Andersartigkeiten tolerieren und die kulturelle Vielfalt als Chance akzeptieren. Die Integration erfordert von beiden Seiten ein hohes Maß an Sensibilität und Mut. Sie wächst aus der gesicherten Identität mit der eigenen Kultur. Wir verstehen das hundertjährige Bestehen unserer Kolonie als Auftrag, die Integration aller Bewohner unseres Stadtteils zu fördern und ein gedeihliches Gemeinwesen für die Zukunft zu sichern. Daher verpflichten wir uns feierlich, die Würde des anderen zu achten, alles zu meiden, was die kulturellen und religiösen Gefühle verletzt, Begegnungen zu fördern, um Ängsten entgegenzutreten, das Miteinander als positive Partnerschaft zu gestalten.